Videospiele – Regeneration oder Produktivitäts-Killer?

Videospiele – Regeneration oder Produktivitäts-Killer?

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Videospiele - Regeneration oder Produktivitäts-Killer?

Videospiele finden in Deutschland in diesen Tagen immer mehr Anhänger. Doch natürlich ist es in erster Linie die junge Generation, die sich vom Reiz der Spiele angezogen fühlt. Echte Gamer betonen immer wieder die regenerative Wirkung, die mit den Spielen verbunden sei. Doch lässt sich diese tatsächlich bestätigen oder überwiegt die Einschränkung der eigenen Produktivität durch die Spiele im Alltag?

 

Klischees und Wirklichkeiten

Als klassischer Freund der Computerspiele gelten sehr häufig Personen, deren Alltag zu großen Teilen von der Natur der Spiele bestimmt wird. Doch bereits in einem weit kleineren Rahmen ist es möglich, die Begeisterung in der Gesellschaft zu entdecken. Die Wirklichkeit offenbart in vielen Fällen, dass auch die wahren Anhänger der digitalen Szene große berufliche Ziele verfolgen und sich dem Bereich der persönlichen Entwicklung verschreiben. Was dem klassischen Klischee also erst einmal sehr klar im Wege steht, präsentiert sich in der Praxis als durchaus gängig.

Weiterhin vergrößerte sich in den vergangenen Jahren die Zielgruppe, die mit den Computerspielen in Kontakt kommt. Waren dies in der Vergangenheit vor allem Personen, die sich intensiv mit technischen Dingen befassten, so kann heute von einer breiter angelegten Begeisterung ausgegangen werden. Dazu trägt auch der einfache Zugang zu den Spielen im World Wide Web bei. Durch Playstation Store Guthaben ist es an den großen Konsolen bereits möglich, die gewünschten Games direkt aus dem Internet zu laden. Dadurch wächst der Reiz, sich selbst intensiver mit ihnen zu befassen.

 

Das richtige Maß

Wie so häufig entscheidet auch bei den Videospielen das richtige Maß darüber, welchen Einfluss sie auf die persönliche Produktivität und Leistungsfähigkeit haben. Von einem vertretbaren Konsum kann gesprochen werden, wenn die Spiele selten länger als 1,5 Stunden gespielt werden und während der Woche immer wieder Ruhetage eingelegt werden, an denen nicht gespielt wird. Hier handelt es sich um ein Maß, in dem durch das Hobby ein Ausgleich geschaffen werden kann, der eine individuelle Unterstützung darstellt.

Wer dagegen Tag für Tag intensiv mit den Spielen beschäftigt ist, sodass sogar andere Bereiche des Lebens bereits darunter zu leiden beginnen, sollte sich Gedanken über den eigenen Zugang zu den Games machen. In diesem Fall ist die Chance groß, dass bereits die Grenze des gesunden und noch vertretbaren Maßes überschritten wurde. Stattdessen schränken die Spiele von nun an die eigenen Leistungen im Alltag mehr und mehr ein. In einer solchen Situation besteht in jedem Fall die Möglichkeit, dass die Spiele einen negativen Einfluss nehmen, der ihnen in der Öffentlichkeit so oft zugeschrieben wird.

 

Die Begeisterung des Spiels

In der Tat neigen wir Menschen dazu, uns sehr schnell von einem Spiel begeistern zu lassen. Nach dem Prinzip des Flows sind diese so aufgebaut, dass sich Herausforderung und Können stets die Waage halten. Durch das Gefühl, von Mal zu Mal besser werden zu können, fühlen sich die Spieler bei ihrer Aktivität sehr schnell beflügelt. Was wir aus der Welt der Spiele lernen können, ist genau dieser Umgang mit der Materie. Wer dazu in der Lage ist, die gleich intensive Begeisterung auch auf die anderen wichtigen Bereiche des Lebens zu übertragen, kann sich dadurch sehr leicht in eine Aufwärtsspirale befördern, die dem Erreichen der eigenen Ziele nur zuträglich sein kann. Es lohnt sich in jedem Fall, einen genauen Blick auf dieses so spannende Prinzip zu werfen.

 

 

Artikelbild: Gorodenkoff / Fotolia

 

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