CyanogenMod: Die alternative Android-Distribution

CyanogenMod: Die alternative Android-Distribution

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Wer denkt, zu Android gibt es keine Alternativen – der irrt. Das gefragte Handy-Betriebssystem ist – anders als vieles andere in Deutschland – nicht „alternativlos“. Es gibt durchaus Alternativen – und manche davon sind sogar echt beeindruckend. Am bestechendsten ist dabei CyanogenMod, das schon lange eine treue Anhängerschaft hat.

 

Komplett neu entwickelte Systeme

Auch davon gibt es einige auf dem Markt – die meisten davon stecken allerdings noch sehr deutlich in den Kinderschuhen – und bergen dabei noch die üblichen Kinderkrankheiten. Im Grunde bietet sich Linux als Betriebssystem für Handys und Tablets durchaus an, auch Android ist ja ein Linux-basiertes Betriebssystem und das hat sich als durchaus vorteilhaft erwiesen.

Problematisch sind dabei nur die vielfältigen Unterschiede zwischen den einzelnen Handys und Tablets, und die Hardware-Komponenten. Theoretisch könnte man viele Linux-Systeme auch auf Handys portieren, die Anpassungsarbeiten sind aber enorm aufwändig und kompliziert. Dazu kommt ein völlig anderes Einsatzprofil auf Handys im Vergleich zu Tablets oder Computern.

Ubuntu Phone ist einer der vielversprechenden Ansätze für die Zukunft, auf Nexus Geräten läuft es durchaus schon passabel. Es kommt auch mit dem Kernel und den Treibern von Android zurecht, und kann damit auf durchaus vielen Geräten wohl gut laufen.

Firefox und Tizen wirken eher noch sehr unfertig – und sind derzeit noch keine wirklich passable Alternative. Das derzeit beste völlig alternative System ist Sailfish OS von Jolla. Es kann – wichtig – auch Android Apps problemlos nutzen, auch ein eigenes Smartphone mit Sailfish als Betriebssystem gibt es bereits. Es ist durchaus überzeugend.

 

CyanogenMod

Die meisten Handy-Nutzer wollen aber kaum irgendwelche völlig neuen und ungewohnten Systeme auf dem Smartphone, und das Risiko von Datenverlusten oder Performance-Problemen eingehen. Aus diesem Grund ist es für viele sinnvoller einfach eine Mod zu verwenden – quasi eine getunte Version von Android – mit besserer Leistung, weniger Datenklau und höherer Stabilität, aber dennoch vertrauter Bedienung.

Offiziell wird CyanogenMod als „Aftermarket Firmware“ für Android bezeichnet. Seine unterschiedlichen Versionen sind jeweils auf eine bestimmte Gruppe von Smartphone- und Tabletmodellen abgestimmt. Man muss also immer die richtige Version von CyanogenMod für sein Gerät auswählen, sonst gibt es beim Betrieb Probleme. Bei der Auswahl kann man sich aber ganz leicht am jeweils auf dem Gerät installierten Android-System orientieren. Die zugeordnete CyanogenMod Version läuft dann praktisch immer auch.

 

Vorteile von CyanogenMod gegenüber Android

Die wohl wichtigsten und für User bedeutendsten Vorteile sind einerseits der PrivacyGuard, und andererseits die WhisperPush-Funktion. Der PrivacyGuard ist eine Funktion, die bestimmte Datenschutzoptionen enthält, die in Android nicht vorhanden sind. So kann man beispielsweise die Zugriffsreche einzelner Apps umfassend einstellen. Mit WhisperPush kann man SMS-Nachrichten in CyanogenMod ebenfalls verschlüsseln.

Ganz im Allgemeinen gibt es bei CyanogenMod weniger Datenklau und mehr (dringend benötigte) Sicherheitsoptionen. Daneben läuft das System oft sogar noch deutlich stabiler, schneller und ressourcenschonender als Android. Und die generell geringeren Datenklau-Funktionen sind durchaus eine wünschenswerte Sache für viele User – ein weniger von Müll, Spy- und Adware verseuchtes System ist immerhin auch deutlich schneller und wendiger im Betrieb.

Die Bedienung ist bei CyanogenMod im Grunde genau so wie beim herkömmlichen Android-System – nur dass weitaus mehr Funktionen zur Verfügung stehen. So kann zum Beispiel der (sehr überlegt gestaltete) Desktop weitaus umfangreicher angepasst werden, und verfügt über ein intelligentes Kachel-System. Der Theme-Manager von CyanogenMod enthält ebenfalls weitaus mehr Anpassungsmöglichkeiten als bei Android. Musik- und Filmfreaks können sich dann bei CyanogenMod auch noch über einen sehr leistungsstarken systemweiten Equalizer freuen, und darüber, dass viele zusätzliche Audio- und Videoformate ohne Konvertierung unter der CyanogenMod laufen.

Je nach Version kommen dann noch zahlreiche andere Features dazu, darunter häufig auch Features, die erst in zukünftigen Android-Versionen eingebaut werden sollen. Einige der Funktionen der CyanogenMod werden unter Android aber wohl nie auftauchen.

Fallweise laufen auch neuere Versionen von CyanogenMod noch auf älteren Geräten – was die Besitzer von alten Android-Geräten, für die es keine neueren Android-Firmwareversionen angeboten werden, sicherlich überaus freuen wird.

 

Installation

Auf gerooteten Geräten kann man die Mod relativ problemlos anhand der zahlreichen Anleitungen installieren. Probleme gibt es dabei kaum, solange man sich an die Kompatibilitätsliste hält, und nur die für das eigene Gerät geeignete Version aufspielt. Supported sind die Versionen von Cyanogen allerdings nicht – sollte Probleme auftauchen, die der eingebaute BugTracker nicht erklären kann, kann man sich aber – wie häufig bei linuxbasierten Anwendungen – immer an eine sehr hilfreiche und fähige Community von CyanogenMod wenden, bei der man so gut wie immer schnell und problemlos Hilfe findet.

 

Unser Fazit

CyanogenMod ist eine wirklich gute Alternative für alle, die Android aus verschiedenen Gründen nicht so sehr mögen, aber dennoch nutzen, weil sie es einfach gewöhnt sind. Mehr Sicherheit, mehr Leistung und ein deutlich höherer Funktionsumfang sind sehr angenehm – und die Designs sind teilweise auch deutlich attraktiver.

 

 

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