Nextcloud vs. Owncloud: Lösungen im Vergleich

Nextcloud vs. Owncloud: Lösungen im Vergleich

Original & Fork im Vergleichstest

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Nextcloud vs. Owncloud: Lösungen im Vergleich

Owncloud muss sich seit diesem Monat ernsthaft dem Angriff der Konkurrenz von Nextcloud erwehren. Die CloudSoftware war über viele Jahre der Platzhirsch bei freien Softwareangeboten in Hinblick auf Filehosting auf eigenen Servern. Seit Juni hat sich dies jedoch geändert. Damals überraschte der einstige Projektgründer von Owncloud Frank Karlitschek mit der Ankündigung, unter dem Namen Nextcloud eine Alternative auf den Markt zu bringen. Diese soll wieder verstärkt auf die Einbindung der Community setzen.

 

Geschwindigkeitstechnisch fast gleich auf

Etwas mehr als drei Monate nach dem Start von Nextcloud hat das Unternehmen nun seine zweite Version herausgebracht. Diese läuft unter dem Namen Version 10 und zeigt schon, in welche Richtung sich die Software entwickeln soll. Auch Owncloud war in den vergangenen Monaten nicht untätig und brachte kürzlich die Version 9.1.0 auf den Markt. Beide Programme unterscheiden sich bisher aber noch vergleichsweise wenig.

Dies zeigt sich am stärksten bei den Übertragungsgeschwindigkeiten, die sich über weite Strecken auf einem ähnlichen Level bewegen. Nextcloud ist in der Regel marginal schneller, allerdings liegt der Zeitvorsprung in einem Bereich, der kaum ins Gewicht fällt. Ein echter Vorteil von Nextcloud ist dagegen die Integration des OnlineOffice von Collabora. Dieses ist zwar auch bei Owncloud enthalten, allerdings nur, wenn man sich für die kostenpflichtige Enterprise-Variante entscheidet. Bei Nextcloud liegt dagegen eine App in der kostenfreien Community-Version bei. Jedoch muss man auch festhalten, dass diese noch im Experimentierstadium ist, was sich auch an der schwierigen Installation zeigt.

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Support wird weitergeführt

Nextcloud vs. Owncloud: Lösungen im Vergleich
An der Nextcloud-Oberfläche hat sich im Vergleich zum Vorgänger bis jetzt kaum etwas geändert

Um Geschäftskunden den Wechsel von Owncloud zu Nextcloud zu erleichtern, versprechen die Entwickler, dass bestehende Supportverträge vollständig übernommen werden. Hilfe von Experten erhalten Geschäftskunden also auch weiterhin, wenn sie sich für einen Wechsel entscheiden. Dies könnte mittelfristig vor allem auch aufgrund der sinkenden Popularität von Owncloud durchaus Sinn machen. Mit den wichtigsten Entwicklern bei Nextcloud hat das neue Unternehmen ein großes Argument auf seiner Seite. Zudem scheint Owncloud schon jetzt Probleme zu bekommen, da man den Firmenableger in den USA bereits schließen musste. Ähnlichkeiten zu Open Office sind hier durchaus erkennbar, auch wenn es im Falle von Owncloud noch nicht so akut ist.

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Wechsel noch einfach

Aus rein technischer Seite empfiehlt sich ein Wechsel eher früher als später. Da sich die Programme aktuell noch ziemlich ähneln, wäre der Schritt im Moment vermutlich am einfachsten. Je länger die jeweilige Software von unterschiedlichen Programmierern entwickelt wird, desto größer dürften die Unterschiede werden. Allein die Datenübertragung sollte aber auch später noch problemlos möglich sein. Rein von den Features und der Geschwindigkeit halten sich die Wechselgründe bisher noch in Grenzen. Zudem funktionieren im Moment auch die zusätzlichen Apps mit der Software des jeweils anderen Unternehmens. Dies dürfte sich früher oder später aber sicherlich ändern. Aufgrund der angekündigten besseren Unterstützung und der geplanten Integration der Community scheint Nextcloud langfristig aber über die etwas bessere Argumente zu verfügen. Ob Owncloud nach dem Verlust der wichtigsten Entwickler mit innovativen Ideen dagegen halten kann, wird sich noch zeigen müssen. Aktuell kann man sich aber problemlos für beide Anbieter entscheiden, ohne dass man größere Nachteile befürchten muss.

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Fazit

Nextcloud oder Owncloud? Welchem der Softwareangebote würden Sie den Vorzug geben? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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