Tutorial: WordPress Performance-Tuning

Tutorial: WordPress Performance-Tuning

Teil 4 des Workshops "Performance-Tuning für Ihre Website"

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WordPress ist die wohl bekannteste Webanwendung, mit der die Inhalte der Webseiten verwaltet werden. Es ist für den Unterbau von Weblogs geeignet und dient vielen Webseitenbetreibern als Content Management System. Wie alle anderen Komponenten einer Webseite kann WordPress die Performance einer Seite beeinträchtigen. Dieses Tutorium beschäftigt sich mit den Einstellungen, die WordPress schneller machen.

 

Bevor es losgeht

Vor den ersten Anpassungen Ihrer WordPress-Konfiguration sollten Sie diese zwei Punkte abgehakt haben:
– Da WordPress auf PHP basiert und eine MySQL-Datenbank verlangt, sollten Sie vorab die Tipps aus den entsprechenden Performance-Tutorien umsetzen.
– Sie müssen herausfinden, woran die langsamen Zeiten liegen. Dafür haben Sie mehrere Tools zur Auswahl. Beispielsweise können „PageSpeed Insights“ von Google, „GTmetrix“ und „WebPageTest“ wertvolle Hinweise liefern.

>> Übersicht: Tools zum Testen der Website-Geschwindigkeit

 

Lösung auf fast allen Ebenen: Zwischenspeicher (Cache)

In allen Performance-Tutorien wird empfohlen, die statischen Elemente zwischenzuspeichern. Dadurch müssen diese nicht veränderten Daten nicht neu geladen werden, wodurch sich die Zugriffe auf die Homepage oder den Blog selbst sowie der Aufbau der einzelnen Seiten deutlich beschleunigt.

>> Anleitung: WP Super Cache richtig konfigurieren

 

Cache-Optimierung mit Cachify

Sie können für die Konfiguration der wichtigsten Cache-Parameter das kostenlose Plug-in Cachify nutzen. Darunter fallen die folgenden Stellschrauben:
– Aufbewahrungsort des Zwischenspeichers (Festplatte oder Datenbank)
– Zeitliche Begrenzungen bzw. Gültigkeit der Daten im Cache (kann frei definiert werden)
– Definition von Ausnahmeseiten
– Erweiterung der Cache-Minimierung auf Javaskript- und HTML-Seiten (Vorsicht: Diese Zusammenführung kann Probleme verursachen)
Detaillierte Cache-Konfiguration mit W3 Total Cache

Die größten Performance-Verbesserungen erreichen Sie mit dem Plug-in W3 Total Cache, für das Sie jedoch einen gewissen Kenntnisstand haben müssen. Für Anfänger ist dieses Tool nicht geeignet. Dafür wartet es mit einer großen Vielfalt an Funktionen auf. Mit diesem Plug-in können Sie für fast jedes Element eigene Einstellungen bzgl. der Cache-Nutzung konfigurieren. Daraus ergibt sich der große Vorteil, die Verwaltung des Zwischenspeichers so detailliert wie möglich umzusetzen. Andererseits kann eine derartige Vielfalt an Möglichkeiten ein Nachteil sein. Je mehr Schrauben Sie verstellen können, desto größer ist die Gefahr, Fehler zu machen. Am sichersten fahren Sie, wenn Sie im Zweifel von der Veränderung eines bestimmten Parameters absehen und sich Schritt für Schritt vorarbeiten. Die Funktion „Cache testen“ hilft Ihnen dabei, die Funktionalität der geänderten Konfiguration zu testen, bevor sie scharf geschaltet wird.
Neben der Optimierung der Cache-Einstellungen bietet das Speed-Plug-in einen einfachen Weg, die folgenden Faktoren anzupassen:
– Zusammenlegung von CSS- und JavaSkript-Dateien (s. u.)
– Asynchrones Laden der Skripts
– Komprimierung von Gzip (s. u.)
– Expiry-Header setzen
– CDN-Nutzung
– Aktivierung von Keep-Alive
Daten komprimieren

Mit dem Speed-Plug-in W3 Total Cache können Sie die Einstellungen von Gzip vornehmen. Das Tool komprimiert die Webseitendaten, wodurch die Ladezeiten merklich schneller werden. Sie können auf diese Weise bis zu 70 % an Datenvolumen einsparen.
Ein zweiter Weg ist die Straffung der Code-Dateien. Mit einem geeigneten Online-Tool (z. B. cssminifier oder javacript-minifier) können Kommentare, Leerzeichen und Umbrüche aus den CSS- und Java-Skripts entfernt werden.

 

CSS- und Java-Skripte anpassen

Skripte, die mit CSS und Java geschrieben worden sind, werden häufig in den Header des HTML-Quellcodes eingebunden. Das führt zu einer enormen Verlangsamung der Ladezeiten. Mit dem Plug-in Autoptimize fassen Sie alle CSS- und Java-Skripte jeweils in einer Datei zusammen und fügen diese im Fußbereich – sprich am Ende – des Quellcodes ein. Statt mehrerer (maximal 8) CSS-Anfragen vor dem Start der eigentlichen Seite wird fortan ein Aufruf am Ende des Ladevorgangs getätigt. Wahlweise können Sie diesen Konfigurationsschritt auch mit dem Speed-Plug-in W3 Total Cache vornehmen (s. o.).
Bilder verkleinern und Schriften reduzieren

Bilder sind wichtig, aber sie können das Laden einer Seite stark verlangsamen. Verlassen Sie sich nicht auf automatische Layout-Anpassungen. Mit einem Plug-in wie WP Smush.it können Sie die Größe der Bilder vor dem Upload verkleinern lassen.
Häufig werden auf Webseiten Fonts geladen, die nicht benötigt werden. Beschränken Sie Ihre Homepage auf wenige Fonts und entfernen Sie alles, was Sie nicht brauchen.
WordPress-Plug-ins selektiv laden lassen

In der Datei functions.php können Sie sog. Conditional Tags setzen und festlegen, auf welchen Seiten die Plug-in-Skripte geladen werden dürfen. Umgekehrt können Sie einzelne Pages dediziert ausschließen (z. B. die Startseite).

 

Dieser Artikel ist Teil des Workshops “Performance-Tuning für Ihre Website” – Eine Übersicht aller Teile des Workshops finden Sie hier.

 

 

Artikelbild: © fotolia.com / kran77

 

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